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Bereits daran wird deutlich: Die Beurteilung von Gewalt scheint ein individuell geprägter Vorgang zu sein. Die Problematik der Gewalt-Debatte ist auch auf fehlende Eindeutigkeit des Begriffs zurückzuführen.
Was ist Gewalt?
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden mindestens folgende Bedeutungen von "Gewalt" in den einschlägigen Untersuchungen verwendet: direkte Gewalt gegen Personen oder Sachen; physische Gewalt; psychische Gewalt als Androhung von physischer Gewalt; innergesellschaftliche Gewalt; zwischenstaatliche Gewalt, also Krieg.
Sehr ambivalent ist zudem, dass ein Teil der Gesellschaft offensichtlich eine Unterscheidung zwischen "guter", also akzeptierter Gewalt und abgelehnter bzw. "schlechter" Gewalt vornimmt. So wird das Abreagieren von Aggressionen beim Sport(boxen/-schießen) positiv angesehen, hingegen der Konsum von Filmen oder Computerspielen zur Entspannung eher negativ.
Auseinandersetzung mit Gewalt sinnvoller als Verbot
Experten empfehlen daher schon im frühen Kindesalter den Umgang mit Aggressionen und negativen Affekten zu erlernen, anstatt diese in sich "hineinzufressen", soziales Lernen gehört ebenso unabdingbar auf den Stundenplan der Schulen wie Mathe und Deutsch.
Nur durch die Auseinandersetzung mit solchen Emotionen und deren gesellschaftliche Thematisierung kann eine scheinbar unvorhersehbare Affektentladung, wie im Falle Erfurt, auch rechtzeitig erkannt werden. Daher ist es unsinnig, Gewaltspiele zu verteufeln, solange man damit lediglich das Symptom, nicht aber die Ursache bekämpft.
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